Mobilität im ländlichen Raum

Wohl dem, der auf Grund seiner eigenen gegebenen Möglichkeiten sein angestammtes Wohn- und Lebensumfeld nach Wunsch und Belieben verlassen und wieder zu ihm zurückkehren kann. Diese, modern als „räumliche Mobilität“ bezeichnete Bewegungsfreiheit ist ein menschliches Grundbedürfnis, das sowohl für junge als auch ältere Menschen lebensbestimmend ist. Mobilität darf keine Frage des Alters sein. In jedem Lebensalter wollen sich Menschen möglichst frei, sicher und autark in ihrer Umgebung bewegen – auch wenn sie möglicherweise körperlich beeinträchtigt sind.
Langsam und schleichend hat in den letzten Jahrzehnten die Forderung nach Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit des Betriebes dazu geführt, dass öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) nur noch nach Kosten bewertet wird, obwohl er als wichtige Grundversorgung gilt.

Die Klagen der Bürgerinnen und Bürger sind unüberhörbar. Während in den Gemeinden mit Bahnanschluss an Saar und Obermosel gute Verbindungen des Rheinland-Pfalz Taktes in festen Zeitabständen (z.B. stündlich) funktionieren, herrscht in den übrigen Gemeinden oft weniger als ein Notdienst.
Ein Beispiel, dessen sich der Trierische Volksfreund angenommen hat, zeigt das Dilemma. Zum Link: Der Beitrag vom 1. April 2011 beschreibt den Zustand in der 2600 Einwohner Gemeinde Tawern. 

Zielführende Weisungen des Landesentwicklungsprogrammes IV

Dass im Landesentwicklungsprogramm (LEP) IV die „Nachhaltige Siedlungsentwicklung“ unter Ziel 33 […] über eine dauerhaft gesicherte qualifizierte Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr (Schienenverkehr und Buslinien) verfügen soll, bestätigt meine programmatische Forderung nach besserer Mobilität für den ländlichen Raum. Dies gilt insbesondere für die Gemeinden ohne Bahnanschluss.

Ziel 33 des LEP IV im Wortlaut:

„Im Rahmen des demografischen Wandels wird die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die auf Angebote im öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, zunehmen (z.B. ältere, mobilitätseingeschränkte Mitbürgerinnen und -bürger, aber auch Familien mit Kindern). Entsprechende Nahverkehrsangebote werden daher als Standortfaktor erheblich an Bedeutung gewinnen. Als Orientierungsmaßstab für eine qualifizierte Anbindung im ÖPNV (Schienenverkehr und Buslinien) kann z.B. der Bedienungsstandard des Rheinland-Pfalz-Taktes dienen“.

Die kommunale Eigenentwicklung bleibt unberührt, da die Zielvorgabe lediglich im Falle einer Konzentration neuer Flächenausweisungen greift. Flächenausweisungen zur Deckung des Bedarfs, der aus Eigenentwicklung resultiert, sind weiterhin jeder Gemeinde möglich.“

Wo Schienenverkehr nicht möglich ist, muss öffentlicher Busverkehr die Lücken schließen; nicht nur im Schülerverkehr.

 

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